Wissenschaften im 17. und
18. Jahrhundert - Vorlesung
Grundzüge der
Geschichte des pharaonischen Ägypten - Vorlesung
Autobiographien von Experten
im pharaonischen Ägypten - Seminar
Newton im Kontext - Seminar
Koptische Lektüre.
Heilige und Heiden in koptischen Texten - Seminar
Meteorologie zwischen
Theorie und Praxis - Übung
Texte zur Himmelskunde in
Ägypten und Mesopotamien - Übung
Der Aufstieg des allgemeinen
Wissens: Ästhetische, soziale und politische Dimensionen des
Enzyklopädismus
- Übung
Einführung in die
Wissenschaftsgeschichte: Der Wandel wissenschaftlicher Disziplinen um
und nach 1800 - Proseminar
Wissenschaftshistorisches
Kolloquium
Prof. Dr. Moritz Epple
Vorlesung
Di 14:00-16:00, Cas 1.811, ab 22.10.2019
Inhalt: Nachdem im Europa des 17. Jahrhunderts eine stürmische Entwicklung einer „neuen Wissenschaft” einsetzte, die nicht nur den Wandel von einem geozentrischen zu einem heliozentrischen Welbild brachte, sondern alle Felder des Wissens von der Natur und vom Menschen erfasste, führte diese Entwicklung im 18. Jahrhundert zu einer breiten Blüte der Naturwissenschaften in der Kultur der europäischen Aufklärung. Dabei konkurrierten in vielfältiger Weise mathematisch-mechanistische Erklärungen der Welt mit einer eher beschreibenden Naturgeschichte. Die Vorlesung gibt einen einführenden Überblick über einige der zentralen Entwicklungen dieses Zeitraums. Im Zentrum stehen die Innovationen des 17. Jahrhunderts, die u.a. im Werk Isaac Newtons kulminierten, und die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaftsentwicklung für die Aufklärung und den Aufstieg Europas zur Kolonialmacht.
Einführende
Literatur:
* Peter Dear: Revolutionizing the Sciences: European Knowledge and Its
Ambitions, 1500-1700, Princeton 2001.
* Thomas L. Hankins: Science and the Enlightenment, Cambridge 1995.
* Lorraine Daston und Katherine Park (Hg.): Early Modern Science,
Cambridge 2006 (= The Cambridge History of Science, Bd. 3).
* Roy Porter (Hg.): Eighteenth Century Science”, Cambridge
2003 (The Cambridge History of Science, Bd. 4).
* Michel Serres (Hg.): Elemente einer Geschichte der Wissenschaften,
Frankfurt am Main 1994.
* Hans Wussing (Hg.): Geschichte der Naturwissenschaften, Leipzig 1983.
Prof. Dr. Annette Warner
Vorlesung
Di 16:00-18:00, SH 0.105, ab 22.10.2019
Inhalt: Die Darstellung der ägyptischen Geschichte zeichnet sich in ihrer traditionellen Chronologie durch eine Abfolge von als "Reichen" (Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich) bezeichneten Blütezeiten und den dazwischen liegenden Zwischenzeiten, die mit politischer, sozialer und wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden werden, aus. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die einzelnen Abschnitte der ägyptischen Geschichte und ihrer charakteristischen Elemente. Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten Schreiber, eine relativ kleine Gruppe von Personen, die sich durch die Fähigkeit zu schreiben (und zu rechnen) auszeichneten. Anhand der von ihnen hinterlassenen schriftlichen Quellen lässt sich ein zumindest in Teilen ausgesprochen differenziertes Bild des damaligen Lebens erhalten.
Einführende
Literatur:
* Barry Kemp: Ancient Egypt: Anatomy of a Civilization. Third Edition.
New York: Routledge 2018.
* Ian Shaw: The Oxford History of Ancient Egypt. Oxford: Oxford
University Press 2004.
Prof. Dr. Annette Warner
Seminar
Mo 10:00-12:00, SH 1.103, ab 21.10.2019
Inhalt: Nach einer Einführung zu Form und Inhalt altägyptischer Autobiographien werden in diesem Seminar Beispiele von Autobiographien altägyptischer Beamter vom Alten Reich bis zur Ptolemäerzeit in Übersetzung (deutsch/englisch/französisch) gelesen und auf ihre Aussagen hinsichtlich des in ihnen beschriebenen Expertenwissens untersucht.
Einführende
Literatur:
* Andrea M. Gnirs: „Die ägyptische
Autobiographie“. In: Antonio Loprieno (Hrsg.): Ancient
Egyptian Literature. History and Forms (Probleme der
Ägyptologie 10). Leiden, New York und Köln: E.J.
Brill 1996: 191-241.
* Alexandra von Lieven: „Zur Funktion der
ägyptischen Autobiographie“. In: Die Welt des
Orients 40/1 (2010): 54-69.
Voraussetzungen: Teilnahme an der Vorlesung „Grundzüge der Geschichte des pharaonischen Ägypten“. Ein Teil der Literatur zu diesem Seminar ist in englischer und französischer Sprache. Es wird von allen Teilnehmern erwartet auch die Inhalte dieser Literatur erarbeiten zu können.
Prof. Dr. Moritz Epple, Dr. Linda Richter
Seminar
Do 14:00-16:00, IG 4.401, ab 17.10.2019
Inhalt: Das Werk Isaac Newtons dominierte die europäische Wissenschaftskultur der frühen Neuzeit. Wie wenige andere wurde er zum viel zitierten Symbol des Aufschwungs und der Macht der Naturwissenschaften. Zugleich bietet sich dem näheren historischen Blick ein ausgesprochen komplexes Bild der Persönlichkeit und Funktion dieses Wissenschaftlers. Die historischen Dokumente zeigen Newton heute nicht nur als Physiker und Mathematiker, sondern auch als Alchemisten und häretischen Theologen, als eigenwilligen Erforscher der biblischen Chronologie und als äußerst machtbewussten Politiker im London des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Wie wenige andere spiegelt er die Vielschichtigkeit der Wissenschaftskultur dieser Zeit. Ebenso komplex fiel die Rezeption Newtons in den kulturellen Milieus und nationalen Wissenschaftskulturen späterer Zeiten aus. Den einen galt er als Begründer der modernen Physik, für andere war er ein Inbegriff der Überlegenheit britischer Wissenschaft, für manche schließlich ein Alchemist und Theologe, der naturwissenschaftliche Erkenntnisse einem mystischen Glaubenssystem unterwarf. Der „Newton“ späterer Jahrhunderte entfernte sich zunehmend von der historischen Person. Das Seminar will dieser Komplexität des historischen und historisierten Newton nachgehen, um so wesentliche Aspekte der europäischen Wissenschaftskultur der frühen Neuzeit sichtbar zu machen. Welche Beziehungen bestanden zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Interessengebieten und Praktiken, den religiösen Überzeugungen und den politischen Betätigungen Newtons? Auf welchen lokalen und globalen Voraussetzungen beruhte der Triumph seines Werkes? Im Vordergrund des Seminars stehen Newtons verschiedene Rollen, die in die kulturellen, sozialen und politischen Kontexte des 17. und frühen 18. Jahrhunderts eingebettet werden. Inzwischen erlauben die umfangreiche (freilich auch kontroverse) neuere Forschungsliteratur und kritische Editionen der Newtonschen Texte einen guten Einblick in die Fragestellungen des Seminars.
Einführende
Literatur:
* Fauvel, John et. al (Hg.): Newtons Werk: Die Begründung der
modernen Naturwissenschaft. Basel et al. 1993.
* Westfall, Richard S.: The Life of Isaac Newton. Cambridge 1993.
* Teeter Dobbs, Betty Jo/Jacob, Margaret: Newton and the Culture of
Newtonianism. Atlantic Highlands, N.J. 1995.
* Iliffe, Rob: Priest of Nature: The Religious Worlds of Isaac Newton,
Oxford 2017.
* Pulte, Helmut und Mandelbrote, Scott (Hg.): The Reception of Isaac
Newton in Europe. London 2019.
Prof. Dr. Annette Warner
Seminar
Do 16:00-18:00, SH 0.104, ab 24.10.2019
Inhalt: In diesem Seminar soll anhand der Lektüre von koptischen Quellentexten ein Einblick in die Lebenswelt der ägyptischen Bevölkerung zur Zeit des römischen Reichs gegeben werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Texten, die sich mit Konflikten zwischen Christen und Anhängern der früheren ägyptischen Götter beschäftigen. Daneben werden wir auch das Thomasevangelium und Texte aus dem Weißen Kloster lesen.
Einführende
Literatur:
* E.A.W. Budge: Coptic Martyrdoms etc. in the Dialect of Upper Egypt.
London: British Museum 1914.
* E.A.W. Budge: Miscellaneous Texts in the Dialect of Upper Egypt.
London: British Museum 1915.
* Stephen Emmel: Shenoute’s Literary Corpus. Leuven: Peeters
2004.
* Bentley Layton: The Canons of Our Fathers: Monastic Rules of Shenoute
(Oxford Early Christian Studies). Oxford: Oxford University Press 2014.
* Uwe-Karsten Plisch: Das Thomasevangelium. Originaltext mit Kommentar.
Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft 2007.
Voraussetzungen: Nachweis an der erfolgreichen Teilnahme einer Einführung in das Koptische (Sahidischer Dialekt).
Dr. Linda Richter
Übung
Mi 10:00-12:00, SP 2.03, ab 16.10.2019
Inhalt: In
den meisten Ländern Europas wurde die Meteorologie –
ebenso wie ihre Schwesterdisziplin, die Klimatologie – in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentlich auf
nationalstaatlicher Ebene institutionalisiert. An welcher Stelle im
Staat dies stattfand, variierte jedoch stark. Hinzu kamen noch
– in wiederum unterschiedlichem Ausmaß –
akademische oder private Wissensträger. Auf den ersten Blick
scheint dies zu suggerieren, dass diese Disziplin ein hohes
Maß an praktischer Anwendbarkeit auf gesellschaftliche
Wissensbedürfnisse (z. B. in der Form von
Wettervorhersagen) besaß. Und während dies
eingangs die Hoffnung gewesen sein mag, verhinderte doch die
Komplexität des atmosphärischen Geschehens lange die
gewünschte Mathematisierung. Welche Anwendungsbereiche dennoch
existierten, wird zu erörtern sein.
Um die Jahrhundertwende legte der Norweger Vilhelm Bjerknes
schließlich ein Programm vor, das einen mathematischen Blick
auf den Zustand der Atmosphäre und seine
Veränderungen scheinbar in greifbare Nähe
rückte. Als Prüfstein der praktischen Stärke
der Meteorologie sollte sich schließlich der Erste
Weltkrieg erweisen. In welchen Bereichen der
Kriegsführung konnten Meteorologie (und Klimatologie)
eingesetzt werden – und mit welchem Erfolg?
Veränderte der Weltkrieg die
nationalen Regime der
Wissensproduktion über das Wetter?
Die Übung ist vergleichend ausgerichtet und kann neben den
Entwicklungen in den deutschen Ländern bzw. im deutschen
Kaiserreich auch eine Reihe weiterer Fallstudien mit einbeziehen. Je
nach Interessenlage der Studierenden und vorhandener Literatur
können dies Großbritannien, die USA, die Schweiz,
das Habsburgerreich oder Frankreich sein.
Ein methodischer Schwerpunkt dieser Übung soll es sein, die
kritische Lesefähigkeit der Studierenden zu schulen,
d. h. Primär- ebenso wie Sekundärliteratur zu
kontextualisieren, ihren Aufbau und ihre Argumentation zu
analysieren, zu diskutieren und zu bewerten. Insbesondere bei
den Quellen wird daher auch mit unterschiedlichen Gattungen
experimentiert werden: von wissenschaftlichen Abhandlungen
über Memoiren, Zeitungsartikel,
Regierungsberichte, Festreden, Archivmaterial
– sie alle sind quellenkritisch einzuordnen und hinsichtlich
ihres Aussagegehalts für verschiedene
Fragestellungen zu prüfen.
Einführende
Literatur:
* Anderson, Katharine: Predicting the Weather. Victorians and the
Science of Meteorology. Chicago/London: Chicago University Press 2005.
* Coen, Deborah: Climate in Motion. Science, Empire, and the Problem of
Scale. Chicago/London: Chicago University Press 2018.
* Fleming, James Rodger: Meteorology in America, 1800-1870.
Baltimore/London: The Johns Hopkins University Press 1990.
* Friedman, Robert Marc: Appropriating the Weather. Vilhelm Bjerknes
and the Construction of a Modern Meteorology. Ithaca/London: Cornell
University Press 1989.
* Höhler, Sabine: Luftfahrtforschung und Luftfahrtmythos.
Wissenschaftliche Ballonfahrt in Deutschland, 1880-1910. Frankfurt am
Main/New York: Campus 2001.
* Hupfer, Franziska: Das Wetter der Nation. Meteorologie, Klimatologie
und der schweizerische Bundesstaat, 1860-1914. Zürich: Chronos
2019.
* Locher, Fabien: Le savant et la tempête. Étudier
l’atmosphère et prévoir le temps au
XIXe siècle. Rennes: Presses Universitaires de Rennes 2008.
* Shaw, William Napier: Manual of Meteorology, Vol. 1: Meteorology in
History. Cambridge: Cambridge University Press 1921.
Prof. Dr. Annette Warner, Dr. Daliah Bawanypeck
Übung
Do 10:00-12:00, SH 1.102, ab 24.10.2019
Inhalt:
Eine systematische Beobachtung des Himmels ist bereits vorgriechisch im
pharaonischen Ägypten und in Mesopotamien anhand von
entsprechenden Aufzeichnungen nachweisbar. Diese Beobachtungen und ihre
Interpretationen haben sich entweder in Form von Texten oder in
bildlichen Darstellungen der jeweiligen Kultur niedergeschlagen. Aus
den vorhandenen Quellen erhalten wir sowohl Informationen über
die Art und Weise, wie der Himmel und die an ihm zu beobachtenden
Phänomene konzeptionalisiert wurden, als auch über
die Nutzung von Himmelsbeobachtungen in Ägypten und
Mesopotamien. Entsprechend der Interpretation von
Himmelsphänomenen erhielten diese in einzelnen Kulturen
immense Bedeutungen für die jeweiligen Herrscher.
Beobachtungen der Bewegungen von Sonne und Mond wurden schon
früh genutzt um das tägliche Leben durch Kalender zu
ordnen.
In der Übung werden einige der zentralen Quellen aus
Ägypten und Mesopotamien (in deutscher oder englischer
Übersetzung) gelesen und die in ihnen enthaltenen
Informationen zum Umgang mit Himmelsphänomenen analysiert.
Einführende
Literatur:
* Mathieu Ossendrijver: „Astronomie und Astrologie in
Babylonien“, in: Joachim Marzahn und Günter
Schauerte (Hrsg.): Babylon. Wahrheit, Katalog zur Ausstellung Babylon.
Mythos und Wahrheit. Berlin: Hirmer Verlag 2008: 373-386.
* Sarah Symons: „Challenges of interpreting Egyptian
astronomical texts“, in: Annette Imhausen und Tanja
Pommerening (Hrsg.): Translating Writings of Early Scholars in the
Ancient Near East, Egypt, Greece and Rome. Methodological Aspects with
Examples. Berlin/Boston: de Gruyter 2016: 379-401.
PD Dr. Falk Müller, Dr. Martin Herrnstadt
Übung
Blockveranstaltung: Vorbesprechung am Do 31.10.2019,
14:00-16:00
am 17.-18.1.2020 jeweils 10:00-16:00
am 31.1.-1.2.2020 jeweils 10:00-16:00
Inhalt: In der Wissenschaftsgeschichte Europas und der westlichen Welt stehen die großen enzyklopädischen Projekte des 17. und 18. Jahrhunderts für einen tiefgreifenden Wandel im Verständnis der Formen und Funktionen von Wissenschaft wie auch der gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rolle von Wissen allgemein. Die Encyclopédie von Diderot und D'Alembert nimmt in dieser Geschichte eine zentrale Position ein. Sie steht stellvertretend für das Projekt der Aufklärung, für ein Experimentieren mit neuen Ordnungs- und Darstellungsformen von Wissen, für die Kapitalisierung des Buchmarkts und für eine sich entwickelnde bürgerlicher Kultur, die in einem umfassenden Wissens- und Herrschaftsanspruch zum Ausdruck kam. Der Blick auf den Aufstieg und Wandel des allgemeinen Wissens, so der Ausgangspunkt der Übung, erlaubt es dieses Verhältnis von Wissenschaft, Ästhetik, Ökonomie und Politik genauer in den Blick zu nehmen.Anhand von ausgewählten Texten und Quellen werden wir den Wandel von Form und Funktion des allgemeinen Wissens vom 18. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert hinein betrachten. Wir fragen, was zeichnet Enzyklopädien als besondere schriftliche Darstellungsräume des Wissens aus, wie sind sie strukturiert, welche Möglichkeiten eröffnen sie und wo liegen ihre Grenzen? Dabei legen wir einen besonderen Akzent auf die Rolle des Enzyklopädismus für die Formulierung des modernen Ideals eines „allgemeinen Wissens“ oder einer „allgemeinen Bildung“.
Einführende
Literatur:
* Darnton, Robert: Glänzende Geschäfte. Die
Verbreitung von Diderots Encyclopedie oder wie verkauft man Wissen mit
Gewinn? Berlin: Wagenbach, 1993.
* Foucault, Michel: Von anderen Räumen. In: Raumtheorie:
Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt am
Main: Suhrkamp, 2006, S. 317-329.
* Kilcher, Andreas B., Enzyklopädische und
ästhetische Ordnung, in: ders.: Mathesis und poiesis. Die
Enzyklopädik der Literatur 1600 bis 2000. München:
Fink, 2003, S. 245-265.
* Koepp, Cynthia J.: The Alphabetic Order: Work in Diderot's
Encyclopédie. In: Cynthia J. Koepp und Steven L. Kaplan
(Hg.): Work in France. Representations, meaning, organization, and
practice. Ithaca: Cornell University Press, 1986, S. 229-257
* Leitch, Thomas M.: Wikipedia U: Knowledge, Authority, and Liberal
Education in the Digital Age. Baltimore: Johns Hopkins UP, 2014.
* MacIntyre, Alasdair, Three Rival Versions of Moral Enquiry:
Encyclopaedia, Genealogy and Tradition. Notre Dame: Notre Dame UP, 1990.
* Rheinberger, Hans-Jörg; Wahrig, Bettina; Hagner, Michael:
Räume des Wissens: Repräsentation, Codierung, Spur.
In: dies.: Räume des Wissens. Berlin: Akad.-Verl., 1997, S.
7-22.
* Schneider, Ulrich Johannes: Die Erfindung des allgemeinen Wissens.
Enzyklopädisches Schreiben im Zeitalter der
Aufklärung. Berlin: Akademie Verlag, 2013.
* Yeo, Richard: Encyclopaedic Visions. Scientific Dictionaries and
Enlightenment culture. Cambridge: Cambridge UP 2001.
Prof. Dr. Moritz Epple
Proseminar
Do, 10:00 - 13:00, IG 3.401, ab 24.10.2019
Inhalt: Das
Proseminar richtet sich an Studierende des Nebenfach-Studiengangs
Geschichte und Philosophie der Wissenschaften. Es führt anhand
von ausgewählten Materialien aus dem späten 18. und
frühen 19. Jahrhundert in Themen, Fragestellungen und
Methoden der Wissenschaftsgeschichte ein. Besonderer Wert wird dabei
auf das Kennenlernen begrifflicher und methodischer Grundlagen der
Wissenschaftsgeschichte gelegt. Die inhaltlich leitende – und
auch in der aktuellen wissenschaftshistorischen Forschung noch
diskutierte – Fragestellung wird sein, wie sich in den
Jahrzehnten um 1800 das Gefüge wissenschaftlicher Disziplinen
von den Natur- bis zu den Sozial- und Geisteswissenschaften
veränderte. So erhielten viele der heute unterrichteten
naturwissenschaftlichen Fächer von der Biologie über
die Chemie und Physik bis zur Geologie erst im Lauf des frühen
19. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt, während sich
Wissenschaften wie die Soziologie oder Ethnologie erst
allmählich
zu konturieren begannen. Diese Prozesse der Neudisziplinierung werfen
historische Fragen auf, die auch für die
Wissenschaftsgeschichte anderer Epochen grundlegend sind, etwa: Was ist
eine wissenschaftliche Disziplin? Warum wandeln sich Disziplinen
historisch? Wie stehen Disziplinen mit Institutionen von der
Universität bis zum Staat in Beziehung?
Das Proseminar wird die Studierenden auch gezielt ans eigene historische Forschen und Arbeiten heranführen, so dass eine kontinuierliche Mitarbeit unverzichtbar ist.
Literatur:
a) Wissenschaftsgeschichte um und nach 1800
* Michel Serres (Hg.), Elemente einer Geschichte der Wissenschaften, Frankfurt/Main 1998.
* Mary Jo Nye (Hg.), The Modern Physical and Mathematical Sciences (=
The Cambridge History of Science, Bd. 5), Cambridge: Cambridge
University Press, 2002.
* Peter J. Bowler und John V. Pickstone (Hg.), The Modern Biological
and Earth Sciences (= The Cambridge History of Science, Bd. 6),
Cambridge: Cambridge University Press, 2009.
* Theodore M. Porter und Dorothy Ross (Hg.), The Modern Social Sciences
(= The Cambridge History of Science, Bd. 7), Cambridge: Cambridge
University Press, 2003.
b) Einführungen in die Geschichtswissenschaft
* Gunilla Budde, Dagmar Freist, Hilke Günther-Arndt (Hg.),
Geschichte. Studium – Wissenschaft – Beruf, Berlin 2008.
* Nils Freytag und Wolfgang Piereth, Kursbuch Geschichte, 2. Aufl., Paderborn: Schöningh, 2006.
* Ernst Opgenoorth und Günther Schulz, Einführung in das
Studium der Neueren Geschichte, Paderborn: Schöningh, 2001.
Prof. Dr. Moritz Epple, Prof. Annette Warner
Kolloquium
Di 18:00 - 20:00, Raum IG 1.414 oder IG 4.401, ab 22.10.2019
Inhalt: Es werden zum Einen laufende Examens- und Doktorarbeiten vorgestellt, zum Anderen neuere wissenschaftshistorische Publikationen gemeinsam diskutiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer (auch aus angrenzenden Gebieten) sind nach Rücksprache mit dem Veranstalter herzlich willkommen.
Zu
den Vortragsveranstaltungen
mit auswärtigen
Gästen
sind
alle Interessierten herzlich eingeladen. Das laufende Programm des
Kolloquiums finden Sie im Internet unter https://wg.geschichte.uni-frankfurt.de/ über den
entsprechenden Link.
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